Ökumenische Kirche Flüh

Reisepredigt

"Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen, möge der Wind dir den Rücken stärken. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der Regen um dich her die Felder tränken. Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten."

 

Mit diesem Reisesegen gerüstet machten sich Leimentalerinnen und Leimentaler auf in die Sommerferien 2018. Es ist ein irischer Segen - ein wenig wie die irischen Fussballfans: freundlich und schlicht, er bittet für die wichtigen Dinge, für den Fall, dass die Reise anders kommt als geplant oder gehofft. Zum Reisesegen schrieb ich eine Reisepredigt - für einen besinnlichen Moment in den Ferien an einem schönen Ort mitten in der Natur, in einer kühlen romanischen Kirche oder am Pool auf dem Kreuzfahrtschiff.

 

Sie sind in den Ferien gereist! Sie haben Ihre Ferien geplant - die einen gründlich, die anderen spontan. Manche von Ihnen reisen an den gleichen Ort wie immer, andere an einen ganz neuen, fremden. Sie kommen an und suchen die Geborgenheit Ihrer vier Ferienwände, stellen den Koffer hin, machen das Bett oder decken es ab, wenn es schon gemacht ist, und legen sich mit einem Seufzer hin: Ist die Matratze zu hart oder zu weich? Noch vor dem Auspacken gibt es eine Tasse Tee, oder einen Kaffee, eine Cola, ein erstes Glacé für die Kinder, und alle wissen: wir sind angekommen! Es macht nichts, dass der nächste Tag noch im Ungewissen liegt, dass Ihnen die Welt ausserhalb Ihrer vier Ferienwände fremd ist.

 

In den Ferien üben Sie die grosse Reise durchs Leben im Kleinen, im Geschützten, Schritt für Schritt: zuerst das Bett machen, dann zusammen an den Tisch, bald einen kleinen Plan: Wann und was gibt's am nächsten Tag zum Frühstück, was hat es in der Wohnung, was muss besorgt werden, was ist der Plan für morgen? Überhaupt ein Tagesplan, ein Ferienplan, wird erstellt, nicht im Detail - doch ein Plan.

 

Miteinander bereden Sie: "Was machen wir?", damit es für alle toll wird - oder besser: "Was spielen wir?" Das Schöne an den Ferien ist: Sie müssen nicht erfolgreich sein, kein Ziel wird erreicht oder nicht - ausser etwas unternehmen und geniessen. Das öffnet die Zeit für Spiele und fröhliches Zusammensein - ein Jass, Federball, das neue Computer-Spiel, ein Steinmannli, Scrabble, eine Schnitzeljagd oder ein Feuer für die Klöpfer! Es gibt auch teurere Spiele wie das Shopping-Spiel, es gibt anstrengende Spiele wie Sehenswürdigkeiten-anschauen, und es gibt das Paradeferienspiel: eine Sandburg bauen (oder einen Schneemann) und alles vergessen dabei, bis der Magen knurrt. Alle helfen mit, bauen an ihrer Ecke, schleppen Material heran, diskutieren wo wie was. Ein Teil stürzt ein, ein anderer fällt einer grossen Welle zum Opfer. Oje! Schnell mehr Material, besser stützen. Am Schluss Zweige, Steine zur Dekoration und ein Selfie für die Erinnerung.

 

Die Sandburg wie der Schneemann sind nicht für die Ewigkeit - was Menschen sonst im Leben fertig bringen auch nicht.

 

Für die Ewigkeit ist, dass Sie Menschen bleiben, leben, geniessen, sich freuen und zueinander schauen - in den Ferien ganz besonders. Nehmen Sie das von Ihrer Reise zurück nach Hause, stellen Sie wieder daheim die Koffer hin, legen sich hin, trinken eine Tasse Tee miteinander und machen sich einen kleinen Plan für die nächsten Tage - damit es für alle toll wird. Ich gebe Ihnen gerne auch einen Segen fürs heimkommen:

 

"Möge dein Weg dir auch zuhause freundlich entgegenkommen, möge der Wind dir den Rücken stärken. Möge die Sonne dein Gesicht erhellen und der Regen um dich her die Felder tränken. Und bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen, möge Gott dich schützend in seiner Hand halten."

 

Ihr Pfarrer Michael Brunner

Ökumenische Kirche Flüh, @2013, all rights reserved
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